Der gute alte Bauernhof zum Spielen

Wehmütig erinnert sich der eine oder andere noch an die, vielleicht vom Großvater aus groben Holzklötzchen geschnitzten Kuh- Schweine- und Schafsfiguren, den ebenso liebevoll gefertigten kleinen Bauernhof, der dazugehörte. Stundenlang konnte man hier spielen, jede Geschichte, die man sich selber ausgedacht hatte, nachspielen. Ideen und Innovativität waren gefragt, der blühenden Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Wie viel anders gibt sich die Spielelandschaft in den Kinderzimmern heute! Sind die Spielzeuge nicht schon nur noch virtuell auf dem Bildschirm des PCs, so benötigen sie doch zumindest alle miteinander eine oder mehrere Batterien. Ist der Strom zu Ende, kann auch nicht gespielt werden. Egal, ob Teddybären, die brummen, Babypuppen, die die komplette Nahrungsaufnahme bis hin zum Verdauungsvorgang und seinem Ende imitieren, Figuren galaktischer Monster, denen Laserstrahlen aus den Augen schießen, oder Jediritter, die mit Strahlenschwertern kämpfen. Eines haben die modernen Spielzeuge alle gemeinsam. Die Spielmöglichkeiten sind durchaus begrenzt und vordefiniert. Jeder Freiraum der Fantasie ist den Kindern von moderner Technik fortgenommen, nur die kostenspielige Erweiterung des Systems kann hier Abhilfe schaffen. Und auch das nur kurzzeitig. Die gute Nachricht ist, dass der gute alte Holzspielbauernhof, nicht nur in Walddorfschulen, wieder Interesse weckt, bei Kindern als auch bei verantwortungsbewussten, intelligenten Eltern und Pädagogen.

Eine Rückbesinnung auf die alten Werte findet statt und das kommt nicht von ungefähr. Die Reizüberflutung, der die Heranwachsenden heute ausgesetzt sind, wird von vielen Erwachsenen kritisch erkannt. Doch nicht nur das ist es, was die Eltern die alten Spielzeuge vom Speicher holen lässt. Die Wirtschaftskrise macht sparsames Denken mitunter notwendig, es ist einfach kein Geld mehr da, um kostspieliges Zubehör oder täglich neue Batterien zu erstehen. So unangenehm die Finanzkrise ist, die Entwicklung der Kinder wird es lohnen.