Dürfen Kinder an Wetten teilnehmen?

Dürfen Kinder an Wetten teilnehmen?

Grundsätzlich und durch Gesetz und gesunden Menschenverstand geregelt, ist es natürlich absolut verboten, Kinder, ja Heranwachsende und Jugendliche bis zum Erwachsenenalter von mindestens achtzehn Jahren, an irgendeiner Form von Glückspiel teilnehmen zu lassen.

Leider wird das Wettgeschäft genauso schlecht überwacht, wie der Alkoholausschank an Minderjährige. Über ältere Mittelsmänner oder auch einfach nur durch falsche Angaben, ist es Kindern und Jugendlichen möglich, an nahezu jedwede Anwendung im Internet zu gelangen. Bedenklich ist diese Tatsache aus vielerlei Gründen. Ein heranwachsender Mensch lernt in seinen ersten zwanzig Jahren soziale Kompetenzen, Verhaltensweisen, die sein späteres Leben in und mit der Gesellschaft bestimmen. Die Grundpfeiler dieses wachsenden Wissens um die Strukturen, die jeden Menschen umgeben, sollten ein möglichst stabiles Fundament bieten. Das Glückspiel und die dahinter steckende soziale Theorie, die Idee der Wette und des Gewinnens, als handfeste Basis für die Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit zu bezeichnen, käme wohl niemandem in den Kopf. Zu bedenken bleibt natürlich, dass das Wetten auch eine durchaus handfeste Beschäftigung mit dem Thema, zum Beispiel Fußball, sein kann. Hier gewinnt der Spieler durch die Beschaffung relevanter Informationen, so auch auf Seiten im Internet.

Die Spielsucht, wissenschaftlich wird sie als pathologisches Spielen bezeichnet, ist eine Störung der Impulskontrolle, eine ernsthafte Krankheit, die der intensiven Behandlung bedarf. Insbesonders noch nicht zur Völle ausgereifte Charaktere laufen sehr stark Gefahr, in Abhängigkeiten zu geraten. Die Spielsucht zeigt einen ähnlichen Verlauf wie Alkohol- oder Drogenabhängigkeit. Die einzelnen Stadien sind klar definiert. Führt diese psychosomatische Krankheit auch nicht oder nur sehr indirekt zum körperlichen Verfall, so sind die finanziellen Verluste und damit die sozialen Folgen ungleich gravierender.