Kinder lernen schwimmen

Der menschliche Körper besteht, wie allgemein bekannt ist, zu etwa, das ist von Lebensalter zu Lebensalter unterschiedlich und wird noch durch verschiedene andere Faktoren mitbestimmt, zu etwa fünfunddreißig bis fünfundsiebzig Prozent aus Wasser. Dieser Anteil wiederum teilt sich etwa zur Hälfte auf einen intrazellulären sowie extrazellulären Wasseranteil auf.

Die ersten neun Monate des Lebens verbringt der Mensch quasi im Wasser – dem Fruchtwasser. Säuglinge, die man ins Wasser setzt, haben einen ungeheuren Spaß an der Sache, halten selbstständig die Luft an und bewegen sich mit offensichtlichem Vergnügen in dem nassen Element. Man ist sich nahezu vollkommen sicher, dass hier die Erinnerung an die Zeit im Fruchtwasser eine entscheidende Rolle spielt. Dieser Zustand ist jedoch meistens nicht von Dauer. Mit der Ausbildung der Verknüpfungen im Gehirn des Kleinstkindes, ungefähr vom sechsten Monat an, überwiegt das Misstrauen, das Kind lernt sozusagen die Angst. Daran ändern in den allermeisten Fällen auch Babyschwimmkurse, wie sie von Volkshochschulen zum Beispiel angeboten werden, wenig. Bis zum bewussten Lernen des Schwimmens im Alter von ab etwa vier Jahren spricht man von einer angstbesetzten Übergangszeit.

Es ist also offensichtlich, dass die Angst beim Schwimmen eine große Rolle spielt, ja dass das Schwimmen an sich nur eine Überwindung der Angst, die von Außen sozusagen zugeführt wurde, darstellt. Denn die dazugehörigen Bewegungen sind angeboren. Man nimmt weiter an, dass diese Fähigkeit, die Angst zu überwinden, genetisch bedingt ist. Es gilt also, den Kindern auf jede mögliche Art und Weise, auf allen Ebenen, die Angst vor dem Wasser zu nehmen. Das passiert am besten in spielerischer Art und Weise im flachen Wasser, egal ob im Nichtschwimmerbecken, im Uferbereich eines Sees oder am Meer. Vergnügen ist das Schlüsselwort für ein unbeschwertes sich Annähern an das nasse Element.