Märchengeschichten schreiben

Märchengeschichten wurden ursprünglich nur für Erwachsene verfasst. Erfahrungen und Weisheiten wurden in Geschichten verpackt und so an die Gesellschaft weitergegeben. Die Unterhaltung war in dieser Form eher nebensächlich, wollte man den Menschen doch nur in ihren schwierigen Lebenssituationen mit Rat zur Seite stehen. Heute ist das jedoch anders. Im Zeitalter zahlreicher Medien haben Märchen einen ganz anderen Stellenwert als früher. Sie werden zur Unterhaltung gelesen, dienen tiefenpsychologischen Analysen und der Aufarbeitung von Problemen.

Wer sich damit beschäftigt Märchengeschichten zu schreiben, der hält ein großes Instrument für eine gute kindliche Entwicklung in Händen.

Anhand eines Märchens können zahlreiche seelische Prozesse beschrieben und dargestellt werden, Ablösungsprozesse in die Wege geleitet und geistige Reife vorangetrieben werden.

Ein Märchen zu schreiben ist somit ein wichtiger Bereich schriftstellerischen Handelns, da die Protagonisten meist auch auf die Personen der eigenen Familie fiktiv übertragbar sind. So geht es in Märchen in der Regel um Mutter, Vater und um Kinder. Schnell findet beim Lesen oder Vorlesen eine Identifikation statt, die Denkprozesse im Gehirn anregen und die Persönlichkeit formen können. Das Schreiben von Märchengeschichten ist deshalb von besonderer Wichtigkeit, da ein gutes Märchen Kinder optimal fördern können. Viele Märchenfiguren sind Teilaspekte der eigenen Persönlichkeit und arbeiten Hand in Hand um Aufgaben zu bewältigen und Probleme zu lösen. Hat es der Held im Märchen geschafft eine Aufgabe zu lösen hilft dies auch den Kindern die eigene Erlebniswelt ganzheitlich mit all ihren Ängsten positiv zu durchleben. Kinder durchschauen diesen Mechanismus natürlich nicht. Sie lieben einfach die magische Welt der Märchen.